City-Maut: Nicht in Linz!

Februar 9, 2008 on 9:22 vormittags | In >motor-mobil | 3 Comments

Spätestens seit 2003 als für das Zentrum von London eine City-Maut eingeführt wurde, taucht in unregelmäßigen Abständen - ähnlich wie das Monster von Loch Ness - dieses Thema in den Schlagzeilen der Medien auf. Zuletzt wurde Anfang 2008 eine City-Maut in Mailand eingeführt. Stets wird die Einführung derartiger restrektiver Verkehrsmaßnahmen mit Umweltaspekten - ua. Verminderung von Staus und Reduktion der Feinstaub- und CO2-Belastung - begründet. Kein Wunder, dass auch der grüne Mobilitäts-Stadtrat laut über eine City-Maut für Linz nachdenkt (OÖN, 4.1.2008).
Für die Ablehnung einer City-Maut in Linz sprechen aus Sicht der SPÖ-Linz allerdings folgende Gründe: Linz verfügt über mehr als 190.000 Arbeitsplätze und verzeichnet täglich rund 106.000 Einpendler. Jeder zweite Arbeitsplatz wird von Pendlern eingenommen „Eine City-Maut für ganz Linz würde damit vor allem jene treffen, die gezwungen sind, nach Linz zu fahren. Wir wollen diese Arbeitnehmer nicht schikanieren und sie nicht weiter belasten. Eine City-Maut trifft wieder nur jene, die nicht so viel Geld haben“, beleuchtet der Linzer SPÖ- Fraktionsvorsitzende Luger auch die sozialen Aspekte.
Zudem würde die City-Maut die bisherige städtische Verkehrspolitik konterkarieren. „In der Innenstadt bestehen derzeit rund 6.400 Tiefgaragenplätze. Der starke Ausbau der letzten Jahre erfolgte, um der Wirtschaft und den Bewohnern des Zentrums genug Parkraum zur Verfügung zu stellen und um den Parkplatzsuchverkehr nachhaltig einzudämmen. Es wäre grotesk, jetzt die Autofahrer abzuzocken, um zu den gebührenpflichtigen Tiefgaragenparkplätzen zu gelangen“, macht Luger seinem Unmut Luft. Zudem wäre die City-Maut ein Geschenk für die Shopping-Zentren vor den Toren der Stadt Linz. Nicht einmal positive ökologische Effekte seien von der zusätzlichen Autofahrer-Steuer zu erwarten. Denn jene, die die Innenstadt mit dem Auto aufsuchen, würden dies auch weiterhin machen, allerdings dann die Wohngebiete außerhalb der Mautzone belasten. Die Wohngebiete östlich der Gruberstraße und westlich der Westtangente würden verstärkt belastet werden. „Umweltmäßig ist das bestenfalls ein Null-Summen-Spiel, da sich der Stadtverkehr nur verlagert,“ argumentiert Luger weiter. In Linz sollte der bisherige Weg des Ausbaus der öffentlichen Verkehrsmittel und der Errichtung sinnvoller Straßenbauten wie die Ebelsberg-Umfahrung fortgesetzt werden. Eine bessere Anbindung der Umlandgemeinden an das ÖV-Netz würde mithelfen, die Stadt vom Pendlerverkehr zu entlasten.

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